In Osnabrück versammelten sich Mitglieder der Jüdischen Gemeinde sowie Interessierte der Stadtgesellschaft, um gemeinsam die dritte Kerze des Chanukka-Leuchters zu entzünden. Die Zeremonie fand in der Nähe der Stadtbibliothek statt, wo traditionell ein großer Chanukka-Leuchter aufgestellt wird. Bei diesem öffentlichen Anzünden standen neben der religiösen Tradition auch Solidarität, Frieden und das gemeinsame Sichtbarwerden jüdischen Lebens im Mittelpunkt.
Chanukka, das „Lichterfest“, ist ein wichtiges Fest im jüdischen Kalender, das an ein zentrales Ereignis der jüdischen Geschichte erinnert. Es gedenkt der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im 2. Jahrhundert v. Chr., nachdem jüdische Kämpfer – die Makkabäer – erfolgreich gegen die griechisch-seleukidische Herrschaft gekämpft hatten.
Ein zentrales Motiv der Feier ist das Wunder des Öls: Bei der Tempelweihe gab es nur genug geweihtes Öl, um den Tempelleuchter für einen Tag zu beleuchten, doch es brannte acht Tage lang weiter – genau so lange, bis neues geweihtes Öl gefunden werden konnte. Dieses Wunder steht symbolisch für Hoffnung, Glauben und Durchhaltevermögen.
Das tägliche Entzünden der Kerzen ist deshalb nicht nur ein religiöser Brauch, sondern ein Ausdruck von Licht gegen Dunkelheit – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn: Es erinnert an den Glauben, die Identität und die kulturelle Kontinuität des jüdischen Volkes trotz widriger Umstände.