Handgiftentag

Handgiftentag

Der Handgiftentag 2026 in Osnabrück war auch in diesem Jahr ein besonderer Moment im städtischen Kalender: Am Dienstag, den 6. Januar 2026, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Rat, Politik, Kirche, Kultur und Gesellschaft im historischen Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses, um die traditionelle erste Ratssitzung des neuen Jahres im feierlichen Rahmen zu begehen. Dabei reichten sich die Anwesenden symbolisch die Hände als Ausdruck ihres gemeinsamen Willens, zum Wohl der Stadt und der Allgemeinheit zu handeln – ein Brauch mit tiefen historischen Wurzeln, der bis ins Jahr 1348 zurückreicht.

Ursprünglich bedeutete der Handgiftentag das gegenseitige Händereichen der an den jährlichen Ratswahlen beteiligten Wahlmänner als Zeichen guter und ehrbarer Absichten. Auch heute noch steht das Handgeben im Mittelpunkt der Veranstaltung und fungiert als starkes Symbol für Respekt, Verantwortung und Zusammenarbeit über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Justus-Möser-Medaille an Michael Grünberg, den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Osnabrück. Die Auszeichnung, die höchste der Stadt, würdigt sein langjähriges Engagement für das Gemeinwohl und den interkulturellen Dialog in Osnabrück – ein deutliches Zeichen der Anerkennung für sein Wirken in der Stadtgesellschaft.

Insgesamt zeigte der Handgiftentag 2026 einmal mehr, wie lebendig und bedeutungsvoll dieser alte Brauch für Osnabrück bleibt: Er verbindet Tradition mit zeitgemäßen politischen Debatten, fördert den Austausch über gesellschaftliche Ziele und setzt ein sichtbares Zeichen für gegenseitigen Respekt und demokratisches Gemeinwohl.


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