Als Oberbürgermeister von Osnabrück ist es für mich selbstverständlich, dass Gesundheit keine Frage des Geldbeutels sein darf. Wir brauchen in Osnabrück eine gute und zugleich bezahlbare Gesundheitsversorgung – für alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Das ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine kommunalpolitische Verantwortung, der ich mich klar stelle.
Im Zentrum dieser Verantwortung steht für mich ein starkes kommunales Klinikum. Es ist die wichtigste Säule der öffentlichen Gesundheitsversorgung in unserer Stadt. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Krankenhäuser unter wirtschaftlichem Druck stehen, müssen wir uns zu unserem kommunalen Klinikum bekennen und es konsequent stärken – personell, finanziell und strukturell. Es darf nicht passieren, dass aus wirtschaftlichen Zwängen die Qualität oder Zugänglichkeit leidet.
Gleichzeitig ist mir bewusst: Eine Stadt wie Osnabrück lebt auch vom Miteinander der Träger. Deshalb strebe ich eine enge, konstruktive Kooperation mit dem in kirchlicher Trägerschaft stehenden Niels-Stensen-Konzern an – zu dem unter anderem das Marienhospital und das Franziskus-Hospital in Harderberg gehören. Mein Ziel ist es, dass wir in Osnabrück gemeinsam die beste medizinische Versorgung mit kurzen Wegen ermöglichen. Das bedeutet: gute Versorgung in der Fläche, gute Erreichbarkeit und gut aufeinander abgestimmte Strukturen.
Was ich aber ganz klar ablehne, ist eine formale Fusion zwischen dem kommunalen Klinikum und dem Marienhospital. Ich sehe die wirtschaftliche Schieflage des Niels-Stensen-Konzerns und weiß um die Herausforderungen. Aber eine Fusion wäre der falsche Weg. Kommunales Steuergeld darf nicht dafür verwendet werden, ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen zu retten, indem man es auf unsere städtische Infrastruktur überträgt. Das geht zu weit – und würde die Risiken auf die Stadt und damit auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzen. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.
Stattdessen werde ich als Oberbürgermeister dafür sorgen, dass wir auf Augenhöhe miteinander sprechen, um tragfähige, faire und zukunftssichere Lösungen zu finden – im Interesse der Patientinnen und Patienten, der Beschäftigten und der Stadtgesellschaft insgesamt. Eine enge Versorgungskooperation ohne Fusion ist möglich und sinnvoll – etwa durch abgestimmte Notfallversorgung, gemeinsame Fachabteilungen oder abgestimmte Bettenplanung. Wichtig ist: Die medizinische Versorgung muss im Vordergrund stehen, nicht die wirtschaftlichen Interessen einzelner Träger.
Ich will Osnabrück als Stadt der kurzen Wege auch in der Gesundheitsversorgung stärken – mit wohnortnahen Angeboten, guten Arbeitsbedingungen für Pflege- und Medizinpersonal und einer aktiven kommunalen Verantwortung für das, was wirklich zählt: die Gesundheit der Menschen. Dafür stehe ich.