Stadtentwicklung und Neumarkt

Robert vor Galeria Kaufhof

Stadtentwicklung neu denken

 

Als Oberbürgermeister von Osnabrück will ich die Stadtentwicklung neu denken – nicht länger vom Reißbrett, sondern aus der Perspektive der Menschen, die hier leben, arbeiten und ihre Zukunft gestalten wollen. Die Herausforderungen sind klar: steigende Mieten, knapper Wohnraum, Klimawandel, mangelnde Aufenthaltsqualität an zentralen Orten. Darauf brauchen wir mutige, ehrliche und zukunftsfähige Antworten.

 

Unsere Stadt muss lebenswerter, nachhaltiger und sozialer werden. Das heißt auch: mehr Grünflächen, und zwar nicht irgendwo am Rand, sondern an prominenter Stelle mitten in der Stadt. Es kann nicht sein, dass wir in Zeiten des Klimawandels an zentralen Plätzen noch auf versiegelte Flächen setzen. Der asphaltierte Ledenhof ist ein Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung eben nicht funktionieren darf. Wenn wir unsere Innenstadt klimafest machen wollen, brauchen wir mehr Bäume, offene Flächen für Wasser, Schatten und Aufenthaltsqualität – und das mitten in der City.

 

Gleichzeitig wissen wir: Wohnraum ist knapp in Osnabrück – aber auch der Platz ist begrenzt. Deshalb müssen wir endlich intelligent verdichten, und zwar vertikal statt horizontal. Wir müssen in die Höhe denken, nicht auf Kosten von Grün- und Freiflächen, sondern mit einem klaren städtebaulichen Konzept. Hochwertige, nachhaltige und soziale Wohngebäude mit durchdachter Architektur, die das Stadtbild prägen statt verschandeln, sind möglich – wenn wir es politisch wollen.

 

Und dann gibt es da noch den Neumarkt – das große Symbol des Stillstands in Osnabrück. Ich erinnere mich noch genau: Als ich vor über 20 Jahren zum Studium nach Osnabrück kam, sah der Neumarkt fast genauso aus wie heute. Außer dem Zuschütten des Tunnels hat sich dort in einem Vierteljahrhundert erschreckend wenig bewegt. Das ist nicht mehr hinnehmbar.

 

Die Johannishöfe und der Zauberwürfel, der seit Jahren gebaut wird und noch immer nicht fertig ist, stehen sinnbildlich für die Probleme der letzten 20 Jahre. Und die negative Entwicklung beim ehemaligen Galeria-Kaufhof-Gebäude und dem Poststandort zeigt, dass wir keine aktive Steuerung haben, sondern nur noch auf Investoren reagieren, statt selbst zu gestalten.

 

Für mich ist klar: Der Neumarkt muss Chefsache werden. Wir brauchen dort endlich klare Entscheidungen, mutige Konzepte und eine konsequente Umsetzung. Ich will den Neumarkt neu denken – als lebendigen, urbanen Raum, in dem Menschen sich gerne aufhalten, wohnen, arbeiten, einkaufen und Kultur erleben. Ein Platz, der das Zentrum unserer Stadt wieder lebendig macht. Nicht nur eine Bausünde weniger – sondern ein neues Herz für Osnabrück.

 

Stadtentwicklung ist kein Selbstzweck. Es geht darum, wie wir in Osnabrück leben wollen – heute und in Zukunft. Ich will eine Stadt, die ökologisch verantwortlich handelt, sozial zusammenhält und architektonisch neue Wege geht. Eine Stadt, die klug wächst – nicht ins Grüne, sondern aus der Mitte heraus. Dafür will ich mich als Oberbürgermeister mit voller Kraft einsetzen.

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